Lehren können - Professionelles Handeln in der Erwachsenenbildung anerkennen

Kursleitende, Dozenten, Trainerinnen – kurzum Lehrende – leisten einen wesentlichen Beitrag zur Qualität und zum Erfolg von Weiterbildungsangeboten. Gleichzeitig ist nicht festgelegt, was es genau heißt, in der Erwachsenenbildung „lehren zu können“. Professionelles Lehrhandeln wird insgesamt noch zu wenig anerkannt. Das DIE setzt an diesem Punkt an, indem es Grundlagen zur Entwicklung eines trägerübergreifenden Anerkennungsverfahrens für die Kompetenzen Lehrender in der Erwachsenen-/Weiterbildung erarbeitet – kurz: GRETA.

Was will GRETA?

Das Projekt leistet wichtige Entwicklungsschritte für eine mögliche Anerkennung von Kompetenzen Lehrender. Kern des Projektes ist ein Kompetenzmodell, das alle grundlegenden erwachsenenpädagogischen Kompetenzen abbildet, die erforderlich sind, um gut lehren zu können. Dabei wird von typischen Handlungssituationen Lehrender in der Erwachsenen- und Weiterbildung ausgegangen.

Welche Fragen bearbeitet das Projekt?

  • Welche Kompetenzen sind für die Lehrtätigkeit relevant und wie können sie für eine Anerkennung operationalisiert werden?
  • Welche Validierungsverfahren eignen sich zur Anerkennung non-formal und informell erworbener Kompetenzen Lehrender?
  • Wie können bestehende Qualifizierungsangebote akkreditiert werden?
  • Welche Herausforderungen sind mit entsprechenden Professionalisierungsstrategien verbunden?

Auf Basis des Modells werden dann Anerkennungswege beschrieben und die dazu erforderlichen Konzepte und Instrumente entwickelt. Lehrende sollen so perspektivisch die Möglichkeit erhalten, ein anerkanntes Zertifikat auf zwei Wegen zu erhalten:

Weg A: Durch die Teilnahme an Fortbildungen, die auf Basis des Kompetenzmodells akkreditiert wurden.

Weg B: Über ein Validierungsverfahren, das informell und non-formal erworbene Kompetenzen Lehrender anerkennt.

 

 

Wie gehen wir vor?

Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt entwickelt auf wissenschaftlicher Grundlage und in Zusammenarbeit mit Lehrenden, Weiterbildungsanbietern und Projektpartnern Instrumente und Verfahren, die eine Anerkennung von Kompetenzen Lehrender möglich machen sollen. Dabei verfolgt es einen multimethodischen Ansatz aus Material- und Literaturanalysen, Gruppendiskussionen, Experten- und Fachinterviews: So werden bereits vorliegende Kompetenzportfolios, Curricula von Train-the-trainer Angeboten, Fachliteratur und abgeschlossene Projektergebnisse einbezogen. In Gruppendiskussionen mit Lehrenden sowie Experteninterviews mit Leitungspersonal von Weiterbildungsanbietern werden zentrale Fragestellungen, beispielsweise zum Wissen und Können von Lehrenden, diskutiert. Die Ergebnisse werden ausgewertet und wieder zurück in die Praxis gespiegelt.

Was soll erreicht werden?

Die Ergebnisse münden in Handlungsempfehlungen für ein Anerkennungsverfahren von Kompetenzen Lehrender unter Berücksichtigung einer Analyse von Chancen und Risiken.

Zwischenergebniss:

Das Kompetenzmodell, das in einem Prozess der stetigen Rückkopplung zwischen Wissenschaft und Praxis entwickelt wurde, wird im folgenden Artikel vorgestellt: www.die-bonn.de/id/34407

An wen richtet sich das Projekt?

  • Lehrende, Trainer/innen, Kursleitende, Teamer/innen und Dozent/inn/en der Erwachsen-/und Weiterbildung.
  • Weiterbildungsanbieter
  • Leitendes und planendes Personal

Mit wem arbeiten wir?

Um ein Anerkennungssystem zu entwickeln, das breite Akzeptanz findet, wird das Projekt in enger Zusammenarbeit mit acht Bundes- und Dachverbänden aus allen wichtigen Handlungsfeldern der Erwachsenen- und Weiterbildung durchgeführt. Der trägerübergreifende Ansatz stellt in diesem Bereich ein Novum dar und soll den Erfolg des Projekts maßgeblich unterstützen. Die Partner sind im Einzelnen:

Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V. (AdB)

Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben (AuL)

Bundesverband der Träger beruflicher Bildung e.V. (BBB)

Deutsche Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (DEAE)

Deutsche Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium e.V. (DGWF)  

Deutscher Volkshochschul-Verband e.V. (DVV)

Dachverband der Weiterbildungsorganisationen e.V. (DVWO)

Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP)


 

Kontakt:

Projektleiter: Prof. Dr. Josef Schrader, Dr. Peter Brandt

Projektkoordinatorin: Dr. Anne Strauch

Wiss. Mitarbeiterin: Brigitte Bosche

Wiss. Mitarbeiterin: Marlis Schneider

Fachassistent: Daniel Hägele

Letzte Änderung: 05/23/2017