„L., in Berlin am 1. September 1900 geboren, studiert nach dem Abitur am Berliner Gymnasium 'Zum grauen Kloster' zunächst in Berlin, dann in Freiburg i. Br. und schließlich wieder in Berlin Rechts- und Staatswissenschaften. 1924 beschließt er sein Studium mit einer Dissertation über die Theaterwirtschaft.

Von 1925-1927 ist L. als hauptamtlicher Lehrer an der Heimvolkshochschule Rendsburg tätig, an der er nach seiner Berufung 1927 zum Geschäftsführer der 'Deutschen Schule für Volksforschung und Er„L., in Berlin am 1. September 1900 geboren, studiert nach dem Abitur am Berliner Gymnasium 'Zum grauen Kloster' zunächst in Berlin, dann in Freiburg i. Br. und schließlich wieder in Berlin Rechts- und Staatswissenschaften. 1924 beschließt er sein Studium mit einer Dissertation über die Theaterwirtschaft.wachsenenbildung' in Berlin auch weiterhin noch nebenamtlich mitarbeitet. Sein neues Tätigkeitsgebiet in Berlin umfasst Forschungs- und Lehraufgaben der Volksbildung. Bis 1933 wirkt L. an der 'Deutschen Schule', die als eine Einrichtung des Hohenrodter Bundes u. a. die Aus- und Weiterbildung der Volksbildner betreiben soll. Seine Tätigkeit wird durch die Nationalsozialisten beendet, die die Schule wegen 'Staatsfeindlichkeit' schließen. L. muss auch die Redaktion der Zeitschrift 'Freie Volksbildung', die er zusammen mit Eduard Weitsch als zentrales Organ für die Erwachsenenbildung herausgegeben hat, aufgeben. Aus Sicherheitsgründen geht er zunächst ins Ausland, kommt aber schon bald nach Deutschland zurück und verdient sich in der Folgezeit seinen Lebensunterhalt in Sozial- und Verwaltungsabteilungen der chemischen Industrie.

Im Herbst 1947 kehrt er nach Rendsburg zurück und baut die 1933 geschlossene Heimvolkshochschule wieder auf. 1951 wird er als Leiter der Abteilung 'Kultur, Erwachsenenbildung, Jugend und Sport' in das Kultusministerium des Landes Schleswig-Holstein berufen. Zu seinen Aufgaben zählen die Kultur- und Kunstpflege, das Rundfunkwesen, die Erwachsenenbildung, Jugendpflege und Sport sowie die Vertretung des Landes Schleswig-Holstein im Kunstausschuss der Kultusministerkonferenz. Außerdem leitet er von 1954-1956 die Filmbewertungsstelle der Länder in Wiesbaden. 1965 wird er als Ministerialrat pensioniert. Er verlegt seinen Wohnsitz zunächst für einige Jahre nach Wiesbaden und zieht dann zu seinen Kindern um nach Mülheim an der Ruhr.

L. hat schon in jungen Jahren die Praxis der Erwachsenenbildung in ihrer dichtesten Möglichkeit einer Heimvolkshochschule kennen gelernt; er hat dann in seiner Funktion als Geschäftsführer der 'Deutschen Schule' die Arbeit des 'Hohenrodter Bundes' organisatorisch, konzeptionell und wissenschaftlich begleitet. Seine Tätigkeit in Rendsburg nach dem 2. Weltkrieg ist beispielgebend; als Ministerialbeamter hat er aus der Fülle seiner praktischen Erfahrungen vor allem die Entscheidungen der Kultusministerkonferenz zur Erwachsenenbildung wesentlich beeinflusst.

L. hat seine eigene Arbeit immer kritisch kommentiert, besonders aber an historischen Beispielen dargestellt und gemessen. So entsteht sein Buch 'Auftakt freier Erwachsenenbildung', das einen frühen Versuch politischer Bildungsarbeit in Rendsburg 1842-1850 beschreibt; so bringt er seine Erfahrungen mit der Heimvolkshochschule in das Buch 'Heimvolkshochschulen in der Bildungsgesellschaft' ein. Vor seinen Kenntnissen der europäischen Erwachsenenbildung prüft er die amerikanische Situation des Bildungswesens und fasst schließlich seine Hohenrodter Erfahrungen in dem Buch 'Zwischenspiel freier Erwachsenenbildung' zusammen."

K. Meissner, in: Günther Wolgast, Joachim H. Knoll (Hrsg.), Biographisches Handwörterbuch der Erwachsenenbildung, Stuttgart 1986, S. 213

Letzte Änderung: 04/30/2015